Eine Kurzgeschichte

Schlimmer geht tatsächlich immer!




Wie alles begann?? Ich bin Ela ,war damals 16 und wohnte in einer mittelgroßen Stadt irgendwo im nirgendwo. Im großen und ganzen hatte ich wohl die Probleme, mit denen die meisten Teenager in diesem Alter zu kämpfen haben.
Die Eltern nur suboptimal und im allgemeinem empfand ich das Leben als ziemlich nervig. Als Mädchen fühlt man sich eigentlich immer zu dick, zu dumm oder zu hässlich. Soweit nichts besonderes. Mein Wahlspruch: „ Läuft, rückwärts und bergab, aber läuft.

Doch ich war nicht wie die meisten Teenager. Mein Kopf tickte anders, ich tickte anders und das würde mich in den nächsten Jahren noch zu vielen Situationen führen, die den Beweis erbringen würden, „Schlimmer geht tatsächlich immer!“

Ich erinnere mich heute nicht mehr an einen bestimmten Auslöser, der das ganze in Gang brachte, aber sehr wohl nach an die ersten Situationen, in denen ich feststellte, das irgendwas nicht stimmte.

Ich war immer für jeden Mist zu haben, hatte zwar nie viele Freunde, aber dafür richtig gute. Doch auch für die besten Menschen der Welt bin ich manchmal schwer zu ertragen. Wie sollte es auch anders sein, wenn man sich manchmal selbst nicht erträgt.

Damit nähern wir uns auch schon einem meiner Kernprobleme. Ich mag mich selbst nicht besonders. Ob das nun an der jahrelangen bösartigen Kritik meiner Mutter lag, der es einfach nie gut genug wahr oder meinem eigenen Leistungsanspruch, dem ich eigentlich nie gerecht werden konnte,lass ich jetzt mal offen. Ich bin und war ich nicht gerade mein größter Fan. Soweit klingt das nach dem normalen Denken eines Teenagers.

Also kommen wir zu einer der unzähligen Situationen, in der ich zum erst mal die Kontrolle verlor und mir klar wurde das irgendwas ganz und gar nicht stimmt.

Es war ein Wochenende im Sommer 1997 und wir trafen uns wie immer alle in unserer Stammdisko. Ja Stammdisko! Hey!! Es waren die 90ziger. Ich hatte einen süßen Freund. Ein großer, schlanker, blonder Kerl, echt süß, aber leider sehr ,sehr verliebt in sein Auto. Irgendwann in der Nacht, ich weiß heute wirklich nicht mehr warum, kam es zu einem eigentlich kleinen Streit und ich verlor total die Nerven. Mit Zurückweisungen konnte ich nur schlecht umgehen. Er ging und lass mich stehen. Er wollte nicht mit mir diskutieren, was meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen katapultierte.

Bevor jemand reagieren konnte stürmte ich raus ins Freie. Luft ! War mein erster Gedanke. Draußen sah ich mich um. Er war bereits weg. Also machte ich mich auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Park unweit der Diskothek. Ich setzte mich im halb dunkeln auf eine Bank. In diesem Moment denkt man schlimmer geht’s nicht. Doch das tut es.

Während ich auf den Bank saß, fingen meine Gedanken an zu rasen. Innerhalb weniger Minuten war mein Ärger über meinen Freund vergessen, gleichzeitig stieg meine Wut über mich selbst immer weiter an. Wie konnte ich den so dämlich sein? Warum bin ich so? Warum mache ich eigentlich immer alles kaputt? Immer schneller drehten sich meine Gedanken.

Ich wusste nicht wohin mit meiner Wut, als ich neben der Bank eine leergetrunkene Bierflasche stehen sah. Ich nahm sie am Flaschenhals und schlug sie auf den Boden. Als ich Scherben sah setzte es dann völlig aus. Ich nahm eine große, schmutzige Scherbe vom Boden und fing an mir völlig wahr los Bauch, Beine und Arme zu zerschneiden. Ich wollte nicht sterben aber niemand sollte sehen, das ich mich für mein völlig überzogenes Verhalten selbst bestrafte. Nach ein paar Minuten entdeckte mich eine Freundin, die mir verständlicher Weise, die Scherbe mit einer energischen Handbewegung aus der Hand schlug.

Sie schrie mich an, mehr aus Verzweiflung als aus Wut, was den mit verdammt nochmal in letzter Zeit los sei und ob ich jetzt völlig verrückt sei. Eine absolut verständliche Frage, aber ich sah sie nur an, zog mir eine Jacke drüber und verschwand in der Nacht.

Mir stand der Sinn echt nicht nach reden. Ich hatte sie nicht wirklich wahrgenommen oder verstanden warum sie so sauer auf mich war, aber in meinem Kopf herrschte für einen Moment ruhe.Ich lief nach Hause, steckte meine blutigen Kleider direkt in die Waschmaschine, damit sie Zuhause niemand bemerkte. Ich wollte keine weiteren Diskussionen. Ich zog mir einen Schlafanzug mit langen Ärmeln an und verschwand in Bett.

In dieser Nacht verstand ich zum erste mal das schlimmer tatsächlich immer geht. Aus einem kleinem Streit wurde mein erster persönlicher Tiefpunkt, aber nicht mein letzter......

15.7.16 00:53

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